Tine
Raumkonzepte
5.2.2025
Professionelle Planung

Haben Sie die obigen Fragen für sich beantwortet, so beginnt die eigentliche Planung der Büroräume. Der Planungsprozess gliedert sich dabei traditionell in drei aufeinanderfolgende Schritte.

Grundlagen der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung: Standards und Richtlinien

Die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen basiert auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesetzlichen Vorgaben. Zentrale Richtlinien wie die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die DGUV Information 215-410 definieren Mindeststandards für Büroarbeitsplätze. Diese umfassen Anforderungen an Beleuchtung, Raumklima, Lärmschutz sowie die Dimensionierung von Arbeitsflächen und Bewegungsräumen [Mohokum, Ellegast].

Für die konkrete Umsetzung ergonomischer Prinzipien sind anthropometrische Daten essenziell. Diese berücksichtigen die körperlichen Maße der Mitarbeiter*innen und ermöglichen eine individuelle Anpassung von Möbeln und Arbeitsmitteln. Die DIN EN ISO 9241-5 liefert hierzu detaillierte Vorgaben für die ergonomische Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen, einschließlich optimaler Sitzpositionen und Blickwinkel [Gerstenberger-Eirich].

Physiologische und psychologische Aspekte

Neben physischen Faktoren spielen auch psychologische Aspekte eine zentrale Rolle. Die Gestaltung des Arbeitsumfelds beeinflusst maßgeblich Wohlbefinden, Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen. Moderne Konzepte wie Activity Based Working berücksichtigen verschiedene Arbeitsmodi und fördern so Kreativität und Produktivität. Hierbei werden Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten ebenso eingeplant wie Bereiche für Kollaboration und informellen Austausch [Friendly Workspace].

Die Implementierung ergonomischer Standards erfordert eine ganzheitliche Betrachtung des Arbeitssystems. Neben der räumlichen Gestaltung sind auch organisatorische Faktoren wie Arbeitsabläufe, Pausenregelungen und die Förderung von Bewegung am Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Regelmäßige Schulungen sensibilisieren Führungskräfte und Mitarbeiter*innen für die Bedeutung ergonomischer Prinzipien und deren korrekte Anwendung im Arbeitsalltag.

Analyse und Optimierung des Büro-Layouts für effiziente Arbeitsabläufe

Die Gestaltung des Büro-Layouts hat einen signifikanten Einfluss auf die Effizienz von Arbeitsabläufen und die Produktivität der Mitarbeiter*innen. Eine fundierte Analyse der bestehenden Raumstrukturen und Arbeitsprozesse bildet die Grundlage für eine zielgerichtete Optimierung. Hierbei werden Faktoren wie Kommunikationswege, Teamstrukturen und spezifische Aufgabenbereiche berücksichtigt, um eine ideale Anordnung der Arbeitsplätze zu erreichen.

Moderne Bürokonzepte wie Open Space oder Activity Based Working erfordern eine flexible Raumgestaltung. Diese ermöglicht es, verschiedene Arbeitszonen für unterschiedliche Tätigkeiten zu schaffen. Ruhige Bereiche für konzentriertes Arbeiten werden ebenso integriert wie Kollaborationsflächen für Teamarbeit und kreative Prozesse. Die Implementierung von Flex-Desks kann die Raumnutzung optimieren und den Austausch zwischen Abteilungen fördern [Friendly Workspace].

Digitale Tools zur Layoutplanung

Für die effiziente Planung und Visualisierung von Bürolayouts stehen mittlerweile fortschrittliche digitale Tools zur Verfügung. Diese ermöglichen es, verschiedene Layoutoptionen zu simulieren und deren Auswirkungen auf Arbeitsabläufe zu analysieren. Durch den Einsatz von Virtual Reality können geplante Raumkonzepte bereits vor der Umsetzung erlebbar gemacht werden, was die Entscheidungsfindung erleichtert und potenzielle Probleme frühzeitig aufdeckt.

Bei der Optimierung des Büro-Layouts spielt auch die Integration von Technologie eine zentrale Rolle. Die strategische Platzierung von Druckern, Scannern und anderen gemeinsam genutzten Geräten kann Wege verkürzen und die Effizienz steigern. Gleichzeitig müssen ausreichend Anschlussmöglichkeiten für mobile Endgeräte und eine stabile WLAN-Abdeckung gewährleistet sein, um flexibles Arbeiten zu ermöglichen und die Digitalisierung von Arbeitsprozessen zu unterstützen.

Für wie viele Mitarbeiter sollten Sie Ihr neues Büro planen?

Ein gutes Büro ist nur dann gut, wenn die Mitarbeiter gerne kommen und an die Auslastung bereits in der Planung gedacht wird. Finden Sie heraus wie die TonicSpaces Bedarfsanalyse aussieht.

Tine
Einrichtung & Design

Individuelle Anpassung von Büromöbeln und Arbeitsmitteln an Mitarbeiter*innen

Die Personalisierung des Arbeitsplatzes geht weit über die bloße Erfüllung ergonomischer Standards hinaus. Eine maßgeschneiderte Anpassung von Büromöbeln und Arbeitsmitteln an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen trägt wesentlich zur Steigerung von Wohlbefinden und Produktivität bei. Hierbei spielen anthropometrische Daten eine Schlüsselrolle, um eine optimale Einstellung von Tischhöhe, Stuhlposition und Bildschirmausrichtung zu gewährleisten [Gerstenberger-Eirich].

Moderne Bürostühle bieten vielfältige Einstellmöglichkeiten, die eine dynamische Sitzhaltung fördern. Neben der Höhenverstellung sind Funktionen wie eine verstellbare Rückenlehne, Armlehnen und Lordosenstütze essentiell. Die individuelle Anpassung dieser Elemente ermöglicht eine ergonomisch korrekte Sitzhaltung und reduziert das Risiko von Rückenbeschwerden und anderen gesundheitlichen Problemen.

Innovative Lösungen für flexibles Arbeiten

Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt erfordert anpassungsfähige Möbellösungen. Höhenverstellbare Schreibtische ermöglichen den Wechsel zwischen sitzender und stehender Tätigkeit, was die Durchblutung fördert und Monotonie vorbeugt. Ergänzend dazu können mobile Trennwände oder akustisch wirksame Elemente eingesetzt werden, um temporäre Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen und die Konzentration zu fördern.

Bei der Auswahl von Arbeitsmitteln wie Tastaturen, Mäusen oder Headsets sollten ebenfalls individuelle Präferenzen berücksichtigt werden. Ergonomisch geformte Eingabegeräte können Fehlhaltungen vorbeugen und die Effizienz steigern. Zudem gewinnen digitale Tools zur Arbeitsplatzanalyse an Bedeutung. Diese ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung und Optimierung der Arbeitsplatzergonomie, indem sie Nutzungsgewohnheiten erfassen und personalisierte Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitshaltung geben.

Integration moderner Technologien in die Arbeitsplatzplanung

Die Digitalisierung revolutioniert die Arbeitsplatzgestaltung und eröffnet neue Möglichkeiten für effiziente und flexible Arbeitsumgebungen. Smart Office-Lösungen ermöglichen eine bedarfsgerechte Steuerung von Beleuchtung, Klimatisierung und Raumnutzung. Sensoren erfassen Belegungsdaten und optimieren automatisch die Raumkonditionierung, was zu einer Steigerung des Wohlbefindens bei gleichzeitiger Reduzierung des Energieverbrauchs führt.

Künstliche Intelligenz (KI) findet zunehmend Einzug in die Arbeitsplatzplanung. KI-gestützte Systeme analysieren Nutzungsmuster und Präferenzen der Mitarbeiter*innen, um personalisierte Empfehlungen für die optimale Arbeitsplatzgestaltung zu generieren. Diese Technologie ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung der Arbeitsumgebung an sich ändernde Bedürfnisse und Arbeitsstile.

Vernetzung und Kollaboration

Cloud-basierte Kollaborationsplattformen verändern die Art der Zusammenarbeit grundlegend. Sie ermöglichen ortsunabhängiges Arbeiten und fördern den Informationsaustausch über Abteilungsgrenzen hinweg. Bei der Arbeitsplatzplanung müssen daher verstärkt Bereiche für Videokommunikation und virtuelle Meetings berücksichtigt werden. Akustisch optimierte Räume und hochwertige Audiovisuelle Ausstattung sind hierbei essenziell für eine störungsfreie Kommunikation [Mohokum, Ellegast].

Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) eröffnen neue Dimensionen in der Arbeitsplatzgestaltung. AR-Anwendungen können Mitarbeiter*innen bei der ergonomischen Einrichtung ihres Arbeitsplatzes unterstützen, indem sie in Echtzeit Hinweise zur optimalen Positionierung von Möbeln und Geräten geben. VR-Technologie ermöglicht es Planern, verschiedene Bürokonzepte virtuell zu erleben und zu evaluieren, bevor sie umgesetzt werden. Dies reduziert Fehlplanungen und erhöht die Akzeptanz neuer Raumkonzepte bei den Mitarbeiter*innen.

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Evaluierung und kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsplatzgestaltung

Die Implementierung einer effektiven Arbeitsplatzgestaltung erfordert einen iterativen Prozess der Evaluierung und Anpassung. Systematische Erhebungen zur Mitarbeiterzufriedenheit und -produktivität liefern wertvolle Erkenntnisse über die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen. Dabei kommen sowohl quantitative Methoden wie Fragebögen als auch qualitative Ansätze wie Fokusgruppen zum Einsatz, um ein umfassendes Bild der Arbeitsplatzsituation zu erhalten.

Leistungskennzahlen (KPIs) spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung der Arbeitsplatzgestaltung. Neben klassischen Indikatoren wie Krankheitsquoten und Fluktuationsraten gewinnen innovative Metriken an Bedeutung. Dazu zählen die Nutzungsintensität verschiedener Arbeitsbereiche, die Häufigkeit abteilungsübergreifender Kollaborationen oder die Zufriedenheit mit technologischen Lösungen. Die Analyse dieser Daten ermöglicht eine evidenzbasierte Optimierung der Arbeitsumgebung.

Agile Anpassungsprozesse

Die sich rasch wandelnden Anforderungen der modernen Arbeitswelt erfordern flexible Anpassungsstrategien. Agile Methoden aus der Softwareentwicklung finden zunehmend Anwendung in der Arbeitsplatzgestaltung. Kurze Feedback-Zyklen und inkrementelle Verbesserungen ermöglichen eine kontinuierliche Optimierung der Arbeitsumgebung. Dabei werden Mitarbeiter*innen aktiv in den Gestaltungsprozess einbezogen, was die Akzeptanz und Wirksamkeit der Maßnahmen erhöht [Friendly Workspace].

Benchmarking-Studien bieten wertvolle Orientierung bei der Weiterentwicklung der Arbeitsplatzgestaltung. Der Vergleich mit Branchenstandards und Best Practices anderer Unternehmen hilft, Optimierungspotenziale zu identifizieren. Dabei ist es entscheidend, nicht nur auf quantitative Kennzahlen zu fokussieren, sondern auch qualitative Aspekte wie Unternehmenskultur und spezifische Arbeitsprozesse zu berücksichtigen. Eine ganzheitliche Betrachtung ermöglicht es, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die den individuellen Anforderungen des Unternehmens gerecht werden.

Quellenverzeichnis

  1. Friendly Workspace. Gesundheitsförderliche Büroräume und Workplace Change - Leitfaden. https://friendlyworkspace.ch/system/files/documents/2022-10/gfch_bueroraeume-leitfaden-de_1.pdf
  2. Gerstenberger-Eirich, E. Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung aus ökonomischer und arbeitswissenschaftlicher Sicht - Diplomarbeit. Hochschule Mittweida, Fakultät Wirtschaftswissenschaften. https://monami.hs-mittweida.de/frontdoor/deliver/index/docId/1806/file/Ergonomische_Arbeitsplatzgestaltung.pdf
  3. Mohokum, M., Ellegast, R. Ergonomie am Büroarbeitsplatz. Springer, Berlin, Heidelberg. https://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-662-55793-8_100-1
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Tine Wagenmann
Dipl.-Ing. Architektur & Dipl.-Ing. Ökologisches Bauen, Leitung Planung & Einrichtung

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