Tine
Raumkonzepte
5.2.2025
Professionelle Planung

Haben Sie die obigen Fragen für sich beantwortet, so beginnt die eigentliche Planung der Büroräume. Der Planungsprozess gliedert sich dabei traditionell in drei aufeinanderfolgende Schritte.

Ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes: Gesundheit und Leistungsfähigkeit fördern

Die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeiter*innen. Eine bedürfnisgerechte Arbeitsplatzgestaltung kann das Wohlbefinden und die Produktivität signifikant steigern [Janneck und Steidle]. Dabei umfasst die ergonomische Optimierung sowohl die räumlichen als auch die physikalischen Bedingungen des Arbeitsumfelds.

Grundlegende Aspekte der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung sind die Anpassung von Arbeitsmitteln und -gegenständen an die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten. Dies beinhaltet höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Bürostühle sowie die korrekte Positionierung von Bildschirm, Tastatur und Maus. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat hierfür spezifische Richtlinien entwickelt, die als Orientierung dienen können.

Bewegung und Haltungswechsel fördern

Ein wesentlicher Faktor für die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz ist die Förderung von Bewegung und Haltungswechseln. Statische Körperhaltungen über längere Zeiträume können zu muskuloskelettalen Beschwerden führen. Laut einer Studie der BAuA fühlen sich 20% der Beschäftigten bei sitzenden Tätigkeiten belastet [BAuA]. Die Integration von Steh-Sitz-Dynamik durch höhenverstellbare Schreibtische oder die Einrichtung von Bewegungszonen im Büro können hier Abhilfe schaffen.

Psychosoziale Faktoren berücksichtigen

Neben den physischen Aspekten spielen auch psychosoziale Faktoren eine wichtige Rolle bei der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung. Die Europäische Erhebung über Arbeitsbedingungen (EWCS) zeigt, dass psychosoziale Risiken in der zentralen Staatsverwaltung ein signifikantes Problem darstellen. Eine ganzheitliche Herangehensweise, die sowohl physische als auch psychische Belastungsfaktoren berücksichtigt, ist daher unerlässlich für eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung.

Die Implementierung ergonomischer Prinzipien am Arbeitsplatz erfordert eine sorgfältige Planung und kontinuierliche Anpassung. Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeiter*innen können dazu beitragen, das Bewusstsein für ergonomisches Arbeiten zu schärfen und langfristig die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaft zu fördern.

Optimale Raumnutzung: Flächeneffizienz und Bewegungsfreiheit im Einklang

Die effiziente Nutzung von Büroflächen bei gleichzeitiger Gewährleistung ausreichender Bewegungsfreiheit stellt eine zentrale Herausforderung in der modernen Arbeitsplatzgestaltung dar. Eine Studie der Schweizerischen Bundesverwaltung zeigt, dass die durchschnittliche Auslastung von Büroarbeitsplätzen lediglich bei etwa 40% liegt [Schweizerische Bundesverwaltung]. Diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit innovativer Raumkonzepte, die sowohl ökonomische als auch ergonomische Aspekte berücksichtigen.

Bei der Planung von Arbeitsräumen sind die gesetzlichen Mindestanforderungen an Grundfläche, Höhe und Luftraum zu beachten. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) geben hierzu konkrete Richtwerte vor. Demnach sollte die Grundfläche je Arbeitsplatz mindestens 8-10 m² betragen, um ausreichend Bewegungsfreiraum zu gewährleisten. Diese Vorgaben bilden die Basis für eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung.

Flexible Raumkonzepte für optimierte Flächennutzung

Um die Flächeneffizienz zu steigern, setzen viele Unternehmen auf flexible Raumkonzepte. Offene Bürolandschaften mit verschiedenen Arbeitszonen ermöglichen eine dynamische Nutzung der vorhandenen Flächen. Dabei ist es essentiell, Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten sowie Bereiche für Kollaboration und informellen Austausch zu integrieren. Diese Diversität in der Raumgestaltung fördert nicht nur die Produktivität, sondern auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen.

Die Implementierung von Activity-Based Working Konzepten kann die Raumnutzung weiter optimieren. Hierbei werden Arbeitsplätze nicht fest zugeordnet, sondern entsprechend der jeweiligen Tätigkeit flexibel genutzt. Dies erfordert eine sorgfältige Planung der Infrastruktur, insbesondere hinsichtlich der technischen Ausstattung und Aufbewahrungsmöglichkeiten für persönliche Arbeitsmaterialien.

Bei der Gestaltung effizienter Arbeitsräume ist zudem die Integration von Bewegungsflächen zu berücksichtigen. Diese fördern nicht nur die physische Aktivität, sondern können auch als informelle Meetingzonen genutzt werden. Eine durchdachte Wegeführung innerhalb des Büros kann zusätzlich dazu beitragen, Bewegung in den Arbeitsalltag zu integrieren und gleichzeitig die Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen zu fördern.

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Tine
Einrichtung & Design

Licht, Luft und Akustik: Die Bedeutung physikalischer Umgebungsfaktoren

Die Qualität des Arbeitsumfeldes wird maßgeblich durch physikalische Umgebungsfaktoren beeinflusst. Eine optimale Gestaltung von Beleuchtung, Raumklima und Akustik trägt wesentlich zur Leistungsfähigkeit und zum Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen bei. Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die physische Gesundheit, sondern haben auch erhebliche Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden.

Eine adäquate Beleuchtung am Arbeitsplatz ist fundamental für die visuelle Leistungsfähigkeit und den circadianen Rhythmus. Tageslicht spielt hierbei eine besondere Rolle, da es nachweislich die Produktivität und Arbeitszufriedenheit steigert. Bei der künstlichen Beleuchtung sollte auf eine blendfreie und gleichmäßige Ausleuchtung geachtet werden, wobei die Farbtemperatur an den natürlichen Tagesverlauf angepasst werden kann, um die biologische Wirkung des Lichts zu optimieren.

Raumklima und Luftqualität als Leistungsfaktoren

Das Raumklima beeinflusst maßgeblich das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Eine optimale Raumtemperatur liegt zwischen 20 und 22 Grad Celsius, wobei individuelle Präferenzen berücksichtigt werden sollten. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen, um Schleimhautreizungen und die Verbreitung von Krankheitserregern zu minimieren [Janneck und Steidle]. Regelmäßiges Lüften oder der Einsatz von Lüftungssystemen ist essentiell, um eine hohe Luftqualität zu gewährleisten und die CO2-Konzentration niedrig zu halten.

Die akustische Gestaltung des Arbeitsumfeldes gewinnt insbesondere in offenen Bürolandschaften an Bedeutung. Störende Geräusche können die Konzentration beeinträchtigen und Stress verursachen. Schallabsorbierende Materialien, akustische Trennwände und die Einrichtung von Ruhezonen können dazu beitragen, den Geräuschpegel zu reduzieren und die Sprachverständlichkeit zu verbessern. Zusätzlich können Maskierungsgeräusche eingesetzt werden, um die Privatsphäre in offenen Bürobereichen zu erhöhen.

Bei der Optimierung der physikalischen Umgebungsfaktoren ist eine ganzheitliche Betrachtung unerlässlich. Die Wechselwirkungen zwischen Licht, Luft und Akustik müssen berücksichtigt werden, um ein ausgewogenes und gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld zu schaffen. Regelmäßige Evaluationen und Anpassungen sind notwendig, um auf veränderte Arbeitsbedingungen und individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen reagieren zu können.

Integration digitaler Technologien: Der moderne Arbeitsplatz im vernetzten Büro

Die fortschreitende Digitalisierung transformiert Arbeitsplätze grundlegend und erfordert eine nahtlose Integration moderner Technologien in die Büroumgebung. Diese Entwicklung geht weit über die bloße Ausstattung mit Computern hinaus und umfasst ein breites Spektrum vernetzter Systeme und intelligenter Lösungen, die die Arbeitseffizienz steigern und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen.

Zentral für den digitalisierten Arbeitsplatz ist eine leistungsfähige IT-Infrastruktur. Hochgeschwindigkeits-Internetverbindungen, Cloud-Dienste und virtuelle private Netzwerke (VPNs) bilden das Rückgrat für ortsunabhängiges Arbeiten und den sicheren Datenaustausch. Die Implementierung von Unified Communication Systemen fördert die nahtlose Kommunikation zwischen Mitarbeiter*innen, unabhängig von ihrem physischen Standort.

Smart Office Technologien für erhöhte Effizienz

Smart Office Lösungen optimieren die Nutzung von Büroressourcen und verbessern das Arbeitsumfeld. Intelligente Beleuchtungs- und Klimasysteme passen sich automatisch an Belegung und Tageszeit an, was sowohl den Komfort als auch die Energieeffizienz steigert. Raumbuchungssysteme und digitale Wegeleitsysteme erleichtern die Navigation in flexiblen Büroumgebungen und unterstützen die effiziente Nutzung von Besprechungsräumen und Arbeitsbereichen.

Die Integration von Internet of Things (IoT) Geräten ermöglicht eine datengesteuerte Optimierung der Arbeitsumgebung. Sensoren erfassen Umgebungsdaten wie Luftqualität, Temperatur und Belegung, was eine präzise Anpassung der Raumkonditionen und eine effizientere Flächennutzung erlaubt. Diese Technologien tragen nicht nur zur Steigerung des Wohlbefindens bei, sondern unterstützen auch Nachhaltigkeitsziele durch ressourcenschonenden Betrieb.

Für die erfolgreiche Implementierung digitaler Technologien am Arbeitsplatz ist eine ganzheitliche Strategie erforderlich. Diese muss neben technischen Aspekten auch organisatorische und kulturelle Faktoren berücksichtigen. Schulungen und Unterstützungsangebote für Mitarbeiter*innen sind essentiell, um die Akzeptanz und effektive Nutzung neuer Technologien zu fördern. Zudem müssen Datenschutz und IT-Sicherheit bei der Konzeption vernetzter Büroumgebungen von Anfang an mitgedacht werden, um potenzielle Risiken zu minimieren [Friedrich-Ebert-Stiftung und ver.di].

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Einrichtung & Design

Flexible Arbeitsplatzkonzepte: Desksharing und Multispace für zukunftsorientierte Unternehmen

Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der durch flexible Arbeitsplatzkonzepte wie Desksharing und Multispace-Büros geprägt wird. Diese Ansätze reagieren auf veränderte Arbeitsstile, technologische Entwicklungen und den Wunsch nach einer effizienteren Flächennutzung. Unternehmen, die diese Konzepte implementieren, können ihre Anpassungsfähigkeit steigern und gleichzeitig die Bedürfnisse einer diversen Belegschaft berücksichtigen.

Desksharing, bei dem sich mehrere Mitarbeiter*innen einen Arbeitsplatz teilen, ermöglicht eine signifikante Reduzierung der benötigten Bürofläche. Eine Studie der Schweizerischen Bundesverwaltung zeigt, dass die durchschnittliche Auslastung von Büroarbeitsplätzen lediglich bei etwa 40% liegt, was das Potenzial dieses Ansatzes verdeutlicht [Schweizerische Bundesverwaltung]. Durch die Einführung von Desksharing kann die Flächeneffizienz erheblich gesteigert werden, was zu Kosteneinsparungen und einer Verringerung des ökologischen Fußabdrucks führt.

Multispace-Konzepte für vielfältige Arbeitsstile

Multispace-Büros gehen über das reine Desksharing hinaus und bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsbereiche, die auf spezifische Tätigkeiten und Bedürfnisse zugeschnitten sind. Diese Konzepte umfassen Fokusarbeitsplätze für konzentriertes Arbeiten, Kollaborationszonen für Teamarbeit, Kreativbereiche für Brainstorming-Sessions sowie Rückzugsorte für vertrauliche Gespräche oder Erholung. Die Vielfalt der Arbeitsbereiche fördert die Produktivität und unterstützt verschiedene Arbeitsstile und -präferenzen.

Die Implementierung flexibler Arbeitsplatzkonzepte erfordert eine sorgfältige Planung und Change-Management-Prozesse. Klare Richtlinien für die Nutzung geteilter Arbeitsplätze, effiziente Buchungssysteme und ausreichende Aufbewahrungsmöglichkeiten für persönliche Arbeitsmaterialien sind essentiell für den Erfolg. Zudem muss die IT-Infrastruktur angepasst werden, um ortsunabhängiges Arbeiten zu ermöglichen und die Datensicherheit zu gewährleisten.

Flexible Arbeitsplatzkonzepte bieten nicht nur räumliche Flexibilität, sondern unterstützen auch neue Formen der Zusammenarbeit und Innovation. Sie fördern den abteilungsübergreifenden Austausch und können zu einer offeneren Unternehmenskultur beitragen. Allerdings ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen zu berücksichtigen und Lösungen für potenzielle Herausforderungen wie den Verlust persönlicher Arbeitsplätze zu finden, um die Akzeptanz und den Erfolg dieser Konzepte sicherzustellen.

Quellenverzeichnis

  1. Janneck, M. & Steidle, A. (2022). Gestaltung physischer Umgebungsfaktoren und Ergonomie. In A. Michel & A. Hoppe (Hrsg.), Handbuch Gesundheitsförderung bei der Arbeit. Springer. https://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-658-28654-5_17-1
  2. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). (2020). Arbeitswelt im Wandel: Zahlen. https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Praxis/A57.pdf?__blob=publicationFile
  3. Schweizerische Bundesverwaltung (EFD, BBL, WBF, VBS). (2020). Konzept für die Einführung kollektiver Arbeitsplätze (Desksharing) für die Bundesverwaltung. https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/64580.pdf
  4. Friedrich-Ebert-Stiftung und Gewerkschaft ver.di. (2019). Ämter ohne Aktenordner? - Digitalisierte Arbeit in der öffentlichen Verwaltung. https://library.fes.de/pdf-files/wiso/15412.pdf
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Tine Wagenmann
Dipl.-Ing. Architektur & Dipl.-Ing. Ökologisches Bauen, Leitung Planung & Einrichtung

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