Tine
Raumkonzepte
5.2.2025
Professionelle Planung

Haben Sie die obigen Fragen für sich beantwortet, so beginnt die eigentliche Planung der Büroräume. Der Planungsprozess gliedert sich dabei traditionell in drei aufeinanderfolgende Schritte.

Grundlagen der Büroflächenplanung: Rechtliche Vorgaben und Normen

Die Flächenplanung in Büroräumen unterliegt in Deutschland strengen rechtlichen Vorgaben und Normen, die eine sichere und ergonomische Arbeitsumgebung gewährleisten sollen. Zentral hierbei ist die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die grundlegende Anforderungen an Arbeitsplätze definiert. Ergänzend dazu konkretisieren die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) die Umsetzung dieser Verordnung in der Praxis [IBA Forum].

Ein Schlüsselelement der Büroflächenplanung ist die DIN 4543-1, die detaillierte Vorgaben für die Aufstellung und Benutzung von Büromöbeln liefert. Diese Norm regelt präzise die erforderlichen Flächen für Arbeitsbereiche, Bewegungszonen und Verkehrswege. Für Bildschirmarbeitsplätze gelten zusätzlich die Richtlinien der Bildschirmarbeitsverordnung, die spezifische Anforderungen an die ergonomische Gestaltung stellen [buerowissen].

Mindestanforderungen an Arbeitsplatzgrößen

Die ASR A1.2 "Raumabmessungen und Bewegungsflächen" legt Mindestgrößen für Arbeitsplätze fest. Für einen Büroarbeitsplatz sind mindestens 8-10 m² pro Person vorgesehen, wobei dieser Wert je nach Tätigkeit und Ausstattung variieren kann. Verkehrswege müssen eine Mindestbreite von 1,00 m aufweisen, bei häufigem Begegnungsverkehr sogar 1,20 m. Diese Vorgaben dienen nicht nur der Sicherheit, sondern auch der Effizienz und dem Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen [DGUV].

Barrierefreie Gestaltung

Ein zunehmend wichtiger Aspekt der Büroflächenplanung ist die barrierefreie Gestaltung. Die DIN 18040-1 definiert hierfür Standards, die eine inklusive Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiter*innen ermöglichen. Dies umfasst unter anderem ausreichend breite Türen, stufenlose Zugänge und angepasste Sanitäranlagen. Die Umsetzung dieser Vorgaben fördert nicht nur die Chancengleichheit, sondern erhöht auch die Flexibilität und Zukunftsfähigkeit der Büroflächen [Friedrich-Ebert-Stiftung].

Effiziente Raumnutzung: Konzepte und Strategien für moderne Bürolandschaften

Moderne Bürolandschaften erfordern innovative Konzepte zur effizienten Raumnutzung, die Produktivität und Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen gleichermaßen fördern. Ein zentraler Ansatz ist das Activity-Based Working, bei dem verschiedene Arbeitsbereiche für spezifische Tätigkeiten geschaffen werden. Dieses Konzept ermöglicht eine flexible Nutzung der vorhandenen Flächen und unterstützt unterschiedliche Arbeitsweisen [Fraunhofer IAO].

Die Implementierung von Shared-Desk-Modellen kann die Flächeneffizienz erheblich steigern. Hierbei teilen sich mehrere Mitarbeiter*innen einen Arbeitsplatz, was besonders in Unternehmen mit hohem Anteil an Außendienst- oder Teilzeittätigkeiten sinnvoll ist. Ergänzend dazu bieten Ruhezonen und Begegnungsflächen Raum für Konzentration und Kollaboration.

Zonierung und Multifunktionalität

Eine durchdachte Zonierung der Bürofläche ist entscheidend für die optimale Raumnutzung. Dabei werden Bereiche für Kommunikation, Konzentration und Kreativität klar voneinander abgegrenzt. Multifunktionale Räume, die sich flexibel an verschiedene Bedürfnisse anpassen lassen, erhöhen zusätzlich die Flächeneffizienz. Beispielsweise können Meetingräume außerhalb von Besprechungszeiten als temporäre Arbeitsplätze genutzt werden.

Die Integration von Grünflächen und Erholungsbereichen in das Bürokonzept gewinnt zunehmend an Bedeutung. Diese Zonen fördern nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen, sondern können auch als informelle Meetingpunkte dienen, was die Kommunikation und Kreativität im Unternehmen fördert.

Digitale Unterstützung der Raumnutzung

Moderne Technologien wie Raumbuchungssysteme und Sensorik zur Erfassung der Arbeitsplatzauslastung optimieren die Nutzung der vorhandenen Flächen. Diese Tools ermöglichen eine datenbasierte Anpassung des Raumkonzepts und unterstützen Mitarbeiter*innen bei der effizienten Nutzung der Büroumgebung. Die Implementierung solcher Systeme sollte stets unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Aspekte erfolgen.

Für wie viele Mitarbeiter sollten Sie Ihr neues Büro planen?

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Tine
Einrichtung & Design

Ergonomie und Wohlbefinden: Gestaltung gesundheitsfördernder Arbeitsumgebungen

Bei der Gestaltung gesundheitsfördernder Arbeitsumgebungen spielt die ergonomische Einrichtung eine Schlüsselrolle. Höhenverstellbare Schreibtische ermöglichen den Wechsel zwischen sitzender und stehender Tätigkeit, was die Durchblutung fördert und Rückenbeschwerden vorbeugt. Ergonomische Bürostühle mit individuell einstellbaren Rückenlehnen und Armlehnen unterstützen eine gesunde Körperhaltung während längerer Sitzphasen [DGUV].

Die Beleuchtung am Arbeitsplatz beeinflusst maßgeblich das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen. Eine Kombination aus natürlichem Tageslicht und blendfreier Kunstbeleuchtung schafft optimale Sehbedingungen. Dabei sollte die Beleuchtungsstärke mindestens 500 Lux betragen und individuell regelbar sein, um unterschiedlichen Sehaufgaben gerecht zu werden.

Akustische Gestaltung und Raumklima

Die akustische Gestaltung des Büroraums trägt wesentlich zur Konzentrationsfähigkeit bei. Schallabsorbierende Materialien an Wänden und Decken sowie der Einsatz von Trennwänden reduzieren Störgeräusche und verbessern die Sprachverständlichkeit. In offenen Bürolandschaften können zusätzlich Soundmasking-Systeme eingesetzt werden, um eine angenehme akustische Atmosphäre zu schaffen.

Ein ausgewogenes Raumklima fördert das Wohlbefinden und die Produktivität. Die optimale Raumtemperatur liegt zwischen 20°C und 22°C, wobei individuelle Präferenzen berücksichtigt werden sollten. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 40-60% beugt Erkältungskrankheiten vor und minimiert die Belastung durch Feinstaub. Regelmäßige Lüftungsintervalle oder moderne Lüftungsanlagen gewährleisten eine ausreichende Frischluftzufuhr.

Biophiles Design und Bewegungsförderung

Die Integration natürlicher Elemente in die Bürogestaltung, bekannt als biophiles Design, hat positive Auswirkungen auf Stressreduktion und Kreativität. Pflanzen verbessern nicht nur die Luftqualität, sondern schaffen auch eine angenehme Atmosphäre. Naturmaterialien und organische Formen in der Inneneinrichtung unterstützen diesen Effekt.

Bewegungsfördernde Elemente wie zentral platzierte Treppen oder attraktiv gestaltete Laufwege regen zu mehr körperlicher Aktivität im Arbeitsalltag an. Die Einrichtung von Aktivzonen mit Fitnessgeräten oder die Bereitstellung von Stehpulten in Besprechungsräumen ergänzen das Konzept einer gesundheitsfördernden Arbeitsumgebung [Friedrich-Ebert-Stiftung].

Digitalisierung und Flexibilität: Anpassung der Flächenplanung an neue Arbeitswelten

Die fortschreitende Digitalisierung und der Trend zu flexiblen Arbeitsmodellen erfordern eine Neuausrichtung der Büroflächenplanung. Hybride Arbeitskonzepte, bei denen Mitarbeiter*innen zwischen Homeoffice und Büropräsenz wechseln, beeinflussen maßgeblich die Gestaltung und Nutzung von Büroflächen. Unternehmen reduzieren oft die Anzahl fester Arbeitsplätze zugunsten von Shared Spaces und Kollaborationszonen [Fraunhofer IAO].

Smart Office-Lösungen ermöglichen eine effiziente Nutzung der vorhandenen Flächen. Intelligente Buchungssysteme für Arbeitsplätze und Meetingräume optimieren die Auslastung und bieten Mitarbeiter*innen Flexibilität bei der Wahl ihres Arbeitsorts. Sensortechnologien zur Erfassung der Raumnutzung liefern wertvolle Daten für die kontinuierliche Anpassung des Flächenkonzepts.

Integration von Virtual und Augmented Reality

Virtual und Augmented Reality-Technologien eröffnen neue Möglichkeiten in der Bürogestaltung. VR-Meetingräume ermöglichen virtuelle Zusammenkünfte, die das Gefühl physischer Präsenz vermitteln, ohne zusätzliche Bürofläche zu beanspruchen. AR-Anwendungen können die Nutzung von Arbeitsplätzen und Geräten durch kontextbezogene Informationseinblendungen unterstützen.

Die Integration von Coworking-Elementen in traditionelle Büroumgebungen fördert den interdisziplinären Austausch und die Innovation. Flexibel gestaltbare Bereiche, die sowohl für interne Mitarbeiter*innen als auch für externe Partner*innen zugänglich sind, schaffen eine dynamische Arbeitsatmosphäre und erhöhen die Flächeneffizienz.

Technische Infrastruktur für nahtloses Arbeiten

Eine leistungsfähige technische Infrastruktur bildet das Rückgrat moderner Bürokonzepte. Flächendeckendes, hochleistungsfähiges WLAN und ausreichend Stromversorgungspunkte ermöglichen mobiles Arbeiten innerhalb des gesamten Bürobereichs. Cloud-basierte Systeme und kollaborative Tools unterstützen den nahtlosen Wechsel zwischen verschiedenen Arbeitsorten und -geräten.

Die Implementierung von IoT-Technologien (Internet of Things) in der Büroumgebung optimiert nicht nur die Raumnutzung, sondern auch das Energiemanagement. Smarte Beleuchtungs- und Klimasysteme passen sich automatisch an die Belegung und individuelle Präferenzen an, was sowohl die Arbeitseffizienz als auch die Nachhaltigkeit fördert [IBA Forum].

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Einrichtung & Design

Implementierung und Evaluation: Schritte zur erfolgreichen Umsetzung der Büroflächenplanung

Die erfolgreiche Implementierung eines neuen Büroflächenkonzepts erfordert eine sorgfältige Planung und schrittweise Umsetzung. Zunächst sollte eine umfassende Bestandsaufnahme der aktuellen Raumnutzung und Arbeitsweisen durchgeführt werden. Dazu gehören Analysen der Belegungsquoten, Bewegungsmuster und Kommunikationsflüsse innerhalb der Organisation. Diese Daten bilden die Grundlage für die Entwicklung eines maßgeschneiderten Flächenkonzepts [DGUV].

Ein Pilotprojekt in einem begrenzten Bereich des Unternehmens ermöglicht es, das neue Konzept zu testen und Anpassungen vorzunehmen, bevor es flächendeckend ausgerollt wird. Während dieser Phase können Mitarbeiter*innen aktiv in den Prozess eingebunden werden, um Feedback zu sammeln und die Akzeptanz zu erhöhen.

Change Management und Mitarbeiter*inneneinbindung

Ein strukturiertes Change Management ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung neuer Bürokonzepte. Transparente Kommunikation über die Ziele und den Nutzen der Veränderungen sowie regelmäßige Updates zum Projektfortschritt fördern das Verständnis und die Unterstützung der Belegschaft. Schulungen und Workshops können Mitarbeiter*innen dabei unterstützen, die neuen Räumlichkeiten und Technologien effektiv zu nutzen.

Die Einrichtung eines interdisziplinären Projektteams, bestehend aus Vertreter*innen verschiedener Abteilungen wie Facility Management, IT, HR und Unternehmenskommunikation, gewährleistet eine ganzheitliche Betrachtung aller relevanten Aspekte der Büroflächenplanung.

Kontinuierliche Evaluation und Anpassung

Nach der Implementierung ist eine fortlaufende Evaluation des neuen Flächenkonzepts unerlässlich. Quantitative Methoden wie Sensordaten zur Raumnutzung sollten durch qualitative Erhebungen wie Mitarbeiter*innenbefragungen und Fokusgruppen ergänzt werden. Diese Kombination ermöglicht ein umfassendes Bild der Effektivität und Akzeptanz des neuen Konzepts [Friedrich-Ebert-Stiftung].

Basierend auf den Evaluationsergebnissen können gezielte Anpassungen vorgenommen werden. Dies kann die Neugestaltung einzelner Bereiche, die Optimierung von Buchungssystemen oder die Anpassung von Arbeitsrichtlinien umfassen. Ein agiler Ansatz, der kontinuierliche Verbesserungen ermöglicht, stellt sicher, dass das Büroflächenkonzept langfristig den sich wandelnden Bedürfnissen der Organisation und ihrer Mitarbeiter*innen gerecht wird.

Quellenverzeichnis

  1. IBA Forum. Grundlagen der Flächenplanung. https://iba.online/knowledge/raeume-planen/flachenplanung/
  2. buerowissen. Grundlagen der Flächenplanung. https://buerowissen.ch/Buroplanung/Grundlagen-der-Flachenplanung/
  3. DGUV. Büroraumplanung - Hilfen für das systematische Planen und Gestalten von Büros. https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/224/bueroraumplanung-hilfen-fuer-das-systematische-planen-und-gestalten-von-bueros
  4. Friedrich-Ebert-Stiftung. Gute Arbeit im Büro - Neue Bürokonzepte gemeinsam gesund gestalten. https://library.fes.de/pdf-files/netzquelle/igm/ah20_bueroarbeit_0015256.pdf
  5. Fraunhofer IAO. Arbeitswelten im Öffentlichen Dienst. https://www.iao.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/aktuelles/zwischen-status-quo-und-der-zukunft-der-buerogestaltung.html
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Tine Wagenmann
Dipl.-Ing. Architektur & Dipl.-Ing. Ökologisches Bauen, Leitung Planung & Einrichtung

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