Tine
Raumkonzepte
5.2.2025
Professionelle Planung

Haben Sie die obigen Fragen für sich beantwortet, so beginnt die eigentliche Planung der Büroräume. Der Planungsprozess gliedert sich dabei traditionell in drei aufeinanderfolgende Schritte.

Rechtliche Grundlagen der Flächenplanung: Vom Baugesetzbuch zum Bebauungsplan

Das Baugesetzbuch (BauGB) bildet die zentrale rechtliche Basis für die Flächenplanung in Deutschland. Es regelt die Aufstellung von Bauleitplänen und definiert deren Hierarchie. Der Flächennutzungsplan (FNP) als vorbereitender Bauleitplan stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung für das gesamte Gemeindegebiet dar. Er hat zwar keine unmittelbare Rechtswirkung für die Bürger*innen, entfaltet jedoch eine Bindungswirkung für Behörden und die Gemeinde selbst [Stadt Leipzig].

Auf der nächsten Ebene steht der Bebauungsplan als verbindlicher Bauleitplan. Dieser konkretisiert die Vorgaben des FNP und setzt rechtsverbindliche Regelungen für die städtebauliche Ordnung fest. Bebauungspläne müssen aus dem FNP entwickelt werden und beinhalten detaillierte Festsetzungen zur Art und zum Maß der baulichen Nutzung, zur Bauweise sowie zu den überbaubaren Grundstücksflächen [Stadt Konstanz].

Verfahren und Beteiligung

Die Aufstellung von Bauleitplänen folgt einem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren, das die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange vorsieht. Dieses Vorgehen gewährleistet eine umfassende Abwägung aller relevanten Belange und erhöht die Akzeptanz der Planung. Zudem ist im Rahmen der Bauleitplanung eine Umweltprüfung durchzuführen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu ermitteln und zu bewerten [Christian Thiago Marrara].

Die rechtlichen Grundlagen der Flächenplanung zielen darauf ab, eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu gewährleisten und dabei verschiedene Interessen wie Wohnen, Wirtschaft, Umweltschutz und Infrastruktur in Einklang zu bringen. Planer*innen und Entscheider*innen müssen diese komplexen Regelungen beherrschen, um rechtssichere und zukunftsfähige Planungen zu erstellen.

Der Flächennutzungsplan als strategisches Instrument der Stadtentwicklung

Der Flächennutzungsplan (FNP) fungiert als zentrales Steuerungsinstrument für die langfristige Stadtentwicklung. Er visualisiert die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung für einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren und legt damit den Grundstein für eine nachhaltige Raumordnung. Die strategische Bedeutung des FNP liegt in seiner Fähigkeit, verschiedene Nutzungsansprüche an den Raum zu koordinieren und potenzielle Konflikte frühzeitig zu identifizieren [Cornelia Kunath].

Im Rahmen der FNP-Erstellung werden Flächen für Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Grünflächen ausgewiesen. Dabei berücksichtigt der Plan übergeordnete Ziele wie die Reduzierung des Flächenverbrauchs, die Förderung der Innenentwicklung und den Klimaschutz. Die Darstellungen im FNP sind bewusst großmaßstäblich gehalten, um Flexibilität für zukünftige Entwicklungen zu gewährleisten.

Integrierte Stadtentwicklungskonzepte

Moderne FNPs werden zunehmend in integrierte Stadtentwicklungskonzepte eingebettet. Diese ganzheitlichen Ansätze verknüpfen räumliche, wirtschaftliche und soziale Aspekte der Stadtentwicklung. Dadurch können Synergien zwischen verschiedenen Planungsbereichen genutzt und eine kohärente Entwicklungsstrategie verfolgt werden.

Die Erstellung eines FNP erfordert eine intensive Zusammenarbeit zwischen Stadtplaner*innen, Politiker*innen und der Öffentlichkeit. Partizipative Prozesse gewinnen dabei an Bedeutung, um lokales Wissen zu integrieren und die Akzeptanz für Planungsentscheidungen zu erhöhen. Der FNP bildet somit nicht nur die Grundlage für nachfolgende Bebauungspläne, sondern dient auch als Plattform für einen breiten gesellschaftlichen Diskurs über die Zukunft der Stadt.

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Einrichtung & Design

Ökologische Aspekte in der Flächenplanung: Biotopflächenfaktor und Umweltprüfung

Die Integration ökologischer Belange in die Flächenplanung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein innovatives Instrument hierfür ist der Biotopflächenfaktor (BFF), der die ökologische Wertigkeit von Grundstücken quantifiziert. Der BFF berücksichtigt verschiedene Flächentypen wie Grünflächen, Dachbegrünungen oder wasserdurchlässige Beläge und setzt diese ins Verhältnis zur Gesamtfläche. Durch die Festlegung von Zielwerten für den BFF in Bebauungsplänen kann eine Mindestqualität an Grünausstattung in Baugebieten gesichert werden [Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berlin].

Die Strategische Umweltprüfung (SUP) stellt ein weiteres zentrales Element der ökologischen Flächenplanung dar. Sie dient der frühzeitigen Erfassung und Bewertung von Umweltauswirkungen bei der Aufstellung von Plänen und Programmen. Die SUP geht über die projektbezogene Umweltverträglichkeitsprüfung hinaus und ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung kumulativer und synergetischer Effekte auf die Umwelt.

Klimaanpassung in der Stadtplanung

Angesichts des Klimawandels rücken Maßnahmen zur Klimaanpassung in den Fokus der Flächenplanung. Hierzu zählen die Ausweisung von Kaltluftschneisen, die Schaffung von Retentionsflächen für Starkregenereignisse und die Förderung urbaner Wälder. Diese Ansätze tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern erhöhen auch die Lebensqualität in Städten.

Die Berücksichtigung ökologischer Aspekte in der Flächenplanung erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Stadtplaner*innen, Umweltwissenschaftler*innen und Landschaftsarchitekt*innen. Durch die Integration von Instrumenten wie dem BFF und der SUP in den Planungsprozess wird eine nachhaltige und resiliente Stadtentwicklung gefördert, die ökologische Funktionen mit den Anforderungen moderner Urbanität in Einklang bringt.

Methoden und Techniken zur effizienten Raumnutzung in der Bauleitplanung

Die effiziente Raumnutzung stellt eine zentrale Herausforderung in der modernen Bauleitplanung dar. Ein innovativer Ansatz hierfür ist die Implementierung von Dichtewerten und Geschossflächenzahlen in Bebauungsplänen. Diese Kennzahlen ermöglichen eine präzise Steuerung der baulichen Dichte und fördern gleichzeitig eine kompakte Stadtentwicklung. Durch die Festsetzung von Mindest- und Höchstwerten kann eine ausgewogene Mischung aus Bebauung und Freiflächen erreicht werden [Technische Universität Dresden].

Ein weiteres Instrument zur Optimierung der Flächennutzung ist die Ausweisung von Mischgebieten. Diese erlauben eine Kombination verschiedener Nutzungsarten wie Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen auf engem Raum. Dadurch werden nicht nur kurze Wege gefördert, sondern auch die Lebendigkeit und Attraktivität von Quartieren gesteigert.

Innovative Konzepte der Mehrfachnutzung

Die Mehrfachnutzung von Flächen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Hierbei werden Räume und Infrastrukturen zeitlich gestaffelt für unterschiedliche Zwecke genutzt. Ein Beispiel sind Schulhöfe, die außerhalb der Schulzeiten als öffentliche Grünflächen dienen. Solche Konzepte erhöhen die Nutzungsintensität und reduzieren den Flächenverbrauch.

Die vertikale Stadtentwicklung bietet ebenfalls Potenzial für eine effiziente Raumnutzung. Durch die Integration von Grünflächen auf Dächern und Fassaden können ökologische Funktionen in die Höhe verlagert werden. Gleichzeitig ermöglichen moderne Bauweisen die Schaffung von Hochhäusern mit gemischter Nutzung, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit auf engem Raum vereinen.

Diese Methoden zur effizienten Raumnutzung erfordern eine enge Abstimmung zwischen Stadtplanung, Architektur und Landschaftsplanung. Durch ihre Anwendung kann eine nachhaltige und ressourcenschonende Stadtentwicklung gefördert werden, die den Anforderungen einer wachsenden Bevölkerung bei gleichzeitiger Begrenzung der Flächeninanspruchnahme gerecht wird.

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Praxisbeispiele gelungener Flächenplanung: Lessons Learned für Planer*innen und Entscheider*innen

Die HafenCity Hamburg gilt als Paradebeispiel für eine gelungene Flächenplanung im Bereich der Konversion ehemaliger Hafenareale. Das Projekt zeichnet sich durch eine ausgewogene Mischung aus Wohn-, Gewerbe- und Freizeitnutzungen aus. Besonders hervorzuheben ist die Integration von Hochwasserschutzmaßnahmen in die städtebauliche Gestaltung, wodurch eine resiliente Stadtstruktur geschaffen wurde. Die HafenCity demonstriert eindrucksvoll, wie durch vorausschauende Planung Flächenreserven in attraktive, multifunktionale Stadtquartiere transformiert werden können.

Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist die Entwicklung des Kronsberg-Quartiers in Hannover. Hier wurde ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der ökologische, soziale und ökonomische Aspekte in Einklang bringt. Durch die Implementierung innovativer Energiekonzepte, die Förderung der Biodiversität und die Schaffung kurzer Wege wurde ein nachhaltiges Wohngebiet realisiert. Das Kronsberg-Modell zeigt, wie durch partizipative Planungsprozesse und interdisziplinäre Zusammenarbeit zukunftsweisende Stadtstrukturen entstehen können [Christian Klaus von Zahn].

Innovative Ansätze in der Innenentwicklung

Die Stadt Tübingen hat mit ihrem Konzept der "Urbanen Nachverdichtung" neue Maßstäbe in der Innenentwicklung gesetzt. Durch die gezielte Aktivierung von Baulücken und die Umnutzung von Brachflächen wurde zusätzlicher Wohnraum geschaffen, ohne neue Flächen am Stadtrand zu erschließen. Besonders bemerkenswert ist die Förderung von Baugemeinschaften, die zu einer vielfältigen und lebendigen Stadtstruktur beigetragen haben.

Diese Praxisbeispiele verdeutlichen, dass erfolgreiche Flächenplanung auf einer ganzheitlichen Vision, flexiblen Planungsinstrumenten und der Einbindung aller relevanten Akteur*innen basiert. Sie zeigen zudem, wie durch innovative Ansätze in der Flächennutzung sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Ziele erreicht werden können. Für Planer*innen und Entscheider*innen bieten diese Projekte wertvolle Erkenntnisse für die Gestaltung zukunftsfähiger und lebenswerter Städte.

Quellenverzeichnis

  1. Stadt Leipzig. Der Flächennutzungsplan (FNP). https://www.leipzig.de/bauen-und-wohnen/stadtentwicklung/flaechennutzungsplan
  2. Stadt Konstanz. Bauleitplanung. https://www.konstanz.de/stadt+gestalten/bauen+_+wohnen/stadtplanung/bauleitplanung
  3. Marrara, Christian Thiago. Strategische Umweltprüfung (SUP) in der Bauleitplanung. Verlag Dr. Kovac.
  4. Kunath, Cornelia. Der Flächennutzungsplan als kommunales Steuerungsinstrument in der Bundesrepublik Deutschland. Verlag Dr. Kovac.
  5. Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berlin. Der Biotopflächenfaktor 2020: Abschluss- und Gesamtbericht zweier Studien zur Anpassung des Berliner Planungsinstrumentes an den aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik. https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/landschaftsplanung/bff-biotopflaechenfaktor/grundlagen-zur-ermittlung-und-zielgroessenbestimmung/
  6. Technische Universität Dresden. Grundlagen Städtebau. https://tu-dresden.de/bu/architektur/istb/stbe/ressourcen/dateien/studium/VL_Grundlagen-Staedtebau_Skript.pdf?lang=en
  7. von Zahn, Christian Klaus. Bewertung der Umweltqualität von Bebauungsplänen vor dem Hintergrund umweltbezogener Regelungen im Baugesetzbuch. Verlag Dr. Kovac.
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Tine Wagenmann
Dipl.-Ing. Architektur & Dipl.-Ing. Ökologisches Bauen, Leitung Planung & Einrichtung

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